19.08.2010
Locham III ist erschienen
Lange währte es, endlich ist es gut. Der 3. und letzte Band der neuen Anthologie mit Editionen zum Lochamer-Liederbuch ist erschienen und ab sofort erhältlich.
19.08.2010
CD "Glogauer Liederbuch" eingespielt
Mit dem Bariton Martin Hummel und der Sopranistin Sabine Lutzenberger und begleitet vom Ensemble Dulce Melos wurde soeben eine CD mit den deuschen Liedern des Glogauer Liederbuches für NAXOS eingespielt. Der Tonträger wird vermutlich 2011 erscheinen.
02.08.2010
CD mit Ensemble "a chantar" eingespielt
Pünktlich zum Relaunch der Website von Ensemble "a chantar" wurde eine CD des Ensembles unter dem Titel "Amor vincit omnia" für das Label Christophorus und mit der Unterstützung durch das Schloß Tirol eingespielt. Die CD enthält eine Gesamteinspielung der Cantigas d'Amigo des Martin Codax, einige Lieder Oswalds von Wolkenstein (darunter eine Ersteinspielung), Lieder der Beatrix de Dia und einstimmige Lieder des Trecento.
04.07.2010
Locham III ist fertiggestellt und wird in Kürze erscheinen!
Es ist vollbracht. Heute wurde letzte Hand an den dritten und letzten Band der Editionsreihe zum Lochamer-Liederbuch gelegt. Die Edition liegt nebst Kommentar jetzt beim Verlag der Spielleute und wird in den nächsten Wochen redigiert und gedruckt werden. Ich möchte mich für die verspätete Fertigstellung entschuldigen.
01.07.2010
Fürsteneck Block 10: Burgundische Chanson
Mitte Juni (14.-16.6.2010) fand der 10. Block der Fortbildungsreihe "Frühe Musik der Hohen Stände" auf Burg Fürsteneck statt. Wir bewegen und langsam in die Zielgerade: nur noch 2 weitere Termine werden folgen (im September und im Oktober), dann ist der Zyklus von 12 Einheiten vollbracht. Der vergangene Block war dem 15. Jh. gewidmet, genauer gesagt:
[B]Block X: Die Burgundische Epoche[/B]
Wir konzentrierten uns dabei v.a. auf die weltliche Musik und dort speziell auf die Chansonniers, die die sogenannten "burgundischen Chansons" überliefern.
Wie gewohnt begann der erste Tag mit der Nachbereitung des vergangenen Blocks (Block IX), also der praktischen Ausführung von Kompositionen der Epoche der "Ars Subtilior". Dabei wurde in 2 Ensembleklassen, die je von einem der Kursleiter (Uri Smilansky und Marc Lewon) abgehalten wurden, an den mehrstimmigen Werken dieser Epoche gearbeitet. Die Ensemblebesetzungen, die sich für diese Arbeit zusammengefunden haben, erreichten z.T. ein erstaunliches Niveau. Die Abendeinheit verbrachten wir mit Blattleseübungen aus originaler Notation, wobei es einen leichten Vorgriff auf die nächste Epoche gab: Wir lasen aus dem burgundischen Chansonnier "Escorial A", das zwar schon den neuen Stil der burgundischen Chanson enthält, das aber zugleich noch in schwarzer Notation verfaßt ist, sich also im Schriftbild nicht sehr von der bisher gelernten Notation unterscheidet. Die Blattleseübung resultierte in einer dreistimmigen Chanson, die wir in der ganzen Gruppe am Ende von der Originalnotation absingen konnten.
Die erste Morgenstunde des zweiten, des Theorie-Tags wurde mit einer weiteren Ensemblestunde zur Ars Subtilior eröffnet. Danach begann das neue Thema: die "burgundische" Epoche. Wir hatten für diesen Block wieder einen Gastdozenten hinzugeladen: [B]Markus Jans[/B], der jahrzehntelang an der Schola Cantorum Basiliensis die Studenten in historischer Satzlehre unterrichtet hatte und maßgeblich an neuen Analyseverfahren für historische Musik (von Mittelalter bis Romantik) beteiligt war, wurde eingeladen, um einen Überblick zur Entwicklung des Kontrapunkts bis zur burgundischen Epoche zu liefern. In den meisten der vergangenen Unterrichtseinheiten hatten wir neben einer zentralen Epoche, auch einen Schwerpunkt auf einen bestimmten Aspekt der mittelalterlichen Musik gelegt. Mal war es die "Modalität" von Melodien, häufig drehte sich der Schwerpunkt um die Notation der jeweiligen Epoche, mal war es eher der sprachliche oder geschichtliche Aspekt, mal eine besondere Handschrift, mal die Analyse von Text und Musik im Zusammenhang. Dieses Mal sollte es die Satztechnik und die Entwicklung des Kontrapunkts sein. Markus Jans lieferte in der Vormittagseinheit zunächst einen Schau der Entwicklung der Mehrstimmigkeit von den Anfängen bis um 1400, streifte die Frage der "Modalität" in der Einstimmigkeit, zitierte einige Theoretiker (darunter Guido von Arezzo), behandelte die Themen von Konsonanz und Dissonanz (und deren Hierarchien), von Gerüstsatz und "Zwischengerüst" und musica ficta. Dadurch erhielten die Teilnehmer einen zusammenhängenden Überblick über die Entwicklungsstränge, die wir in den vergangenen anderthalb Jahren sehr ausgedehnt behandelt hatten. Sodann besprach Jans einzelne satztechnische Details und Analyseansätze an ausgewählten burgundischen Chansons. Nach dem Mittagessen übernahmen Smilansky und Lewon und gaben eine Einführung in die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe, die zur "burgundischen Epoche" in der Kunst und Musik führten. Die Entwicklung des Staatsgebildes "Burgund" mit seinen wesentlichen Herrschern, die Entwicklung der Hofkapellen, der Fall von Konstantinopel und die daraus resultierenden politischen Verwicklungen wurden kurz berührt. Sodann wurde das "Fete du Voeu" (Fasanenbankett) mit seinen musikalischen und aufführungsrelevanten Details angerissen und ein Überblick der überliefernden Chansonniers, also der Musikhandschriften mit Beispielen gegeben. Ferner eine Komponistenschau mit einzelnen Hörbeispielen und abschließend ein kleiner Blick in die Veränderungen innerhalb der Notation, die sich auf wenige Merkmale beschränkten. Optisch am eindrucksvollsten ist dabei der Wandel von der schwarzen zur weißen Mensuralnotation.
Nach dem Kaffee übernahm wieder Markus Jans und führte in das Prinzip der Improvisationsmodelle des 15. Jhs. ein: Mit der aufkommenden Vierstimmigkeit und in Kombination mit dem aus England eingeführten "Fauxbourdon-Prinzip", das auf einer parallel geführten "Gimmel-Stimme" beruht (in parallelen, imperfekten Konsonanzen, also Terzen oder Sechsten) entwickelten sich Klischeefortschreitungsmodelle mit deren Kenntnis man aus dem Stehgreif über eine gegebene Melodie vierstimmig improvisieren konnte. In diese Prinzipien führte Markus Jans ein, präsentierte die "Regeln" und zeigte, wie die Modelle schließlich zu unserem modernen, westlich-harmonischen Hörempfinden führten. An zahlreichen Beispielen führte er vor, wie diese neue Erfindung im Kontrapunkt des frühen 15. Jhs. bis in die Klassik, sogar die Romantik nachwirkte und die Kenntnis dieser Modelle die umständliche und an der Praxis nicht immer nachzuvollziehende "Funktionsharmonik" überflüssig macht. Der radikale Umbruch in der Klangsteuerung, der in der burgundischen Epoche stattfand und damals als "contenance angloise", als "englische Art" zu komponieren, bezeichnet wurde stand im Zentrum des Theorietags. Die Erkenntnisse, die Jans über Jahrzehnte des Nachdenkens über Kontrapunkt auf diese schlichten Formeln reduzieren konnte, öffneten im Zuhörerkreis so manche metaphorischen Augen. Klanglich hatten wir uns mit diesem Tag deutlich aus der Welt des mittelalterlichen Kontrapunkt herausbewegt.
In der Abendeinheit übernahm nochmals Markus Jans das Ruder und führte das Prinzip der mehrstimmigen Improvisationsmodelle einen Schritt weiter: wir nahmen uns die Improvisation von Kanons im Stil des 16. Jhs. vor und improvisierten selbst vierstimmig nach den zuvor gelernten Modellen.
Der dritte Tag war der praktischen Arbeit am Repertoire der burgundischen Epoche gewidmet. In zwei Ensembleklassen arbeiteten wir bis in den Nachmittag hinein an burgundischen Chansons der bedeutendsten Komponisten dieser Epoche - darunter v.a. Guillaume Dufay und Gilles Binchois, ferner Walter Frye, Robert Morton u.a. Auch Komponisten der 2. Generation wurden noch behandelt mit Werken von Ockeghem, Busnoys, u.a.
Der nächste Block, der Anfang September stattfindet, wird der Instrumentalmusik gewidmet sein - dabei v.a. den Orgeltabulaturen (Codex Faenza, Lochamer Liederbuch, Buxheimer Orgelbuch, und viele kleine Quellen und Fragmente), sowie den Ensemblequellen (z.B. Glogauer Liederbuch). Außerdem werden wir einen genaueren Blick in die Instrumentenikonographie werfen.
30.06.2010
2 CDs für "Les Flamboyants" eingespielt
Nach 3 Konzerten in der vergangenen Woche haben wir mit dem Ensemble "Les Flamboyants" (Leitung: Michael Form) 2 CDs für die Produktionsreihe "De Flandria" aufgenommen, in der die Instrumentalwerke einzelner Komponisten um 1500 im Zentrum stehen. Die erste CD-Einspielung der Reihe wurde von Ensemble "Leones" im Februar mit dem Instrumentalwerk von Josquin Desprez vorgenommen. Die gerade eingespielten Produktionen sind Johannes Japart und Heinrich Isaak gewidmet.
17.06.2010
neue CD mit Early Music Freiburg: Camino de Santiago
Nach einem Jahrzehnt der Mitgliedschaft bei den Freiburger Spielleyt (Early Music Freiburg) und mittlerweile 2 Jahren nach dieser Mitwirkung ist noch ein Live-Mitschnitt eines Konzerts als CD erschienen, der 2008 vom SWR2 aufgenommen wurde. Die CD mit dem Titel "Camino de Santiago - Villasirga - Montserrat" ist beim Christophorus Verlag erschienen. 1999 wurde das gleiche Konzertprogramm bereits als Live-Mitschnitt eines Konzerts veröffentlicht. Diese Neuauflage zeigt, wie sich das Programm über 10 Jahre Konzertpraxis verändert und entwickelt hat und markiert ein schönes Resümee meiner Mitarbeit bei Early Music Freiburg.
02.06.2010
Neidhart-Blog - ein paar Infos zur Einspielung
NAXOS hat ein wenig Hintergrundinformation zu unserer Neidhart-Aufnahme und der Beschäftigung mit dem Neidhart-Fragment online gestellt. Wer mehr lesen und anschauen will, einfach hier unten klicken.
25.05.2010
Fürsteneck Einheit 9: Ars Subtilior
Der letzte Block der Fortbildungsreihe zur Musik des Mittelalters ("Frühe Musik der Hohen Stände") liegt schon eine Weile zurück (1.-3. März 2010) und gerne möchte ich kurz skizzieren, was wir dort unternommen haben. Thema dieses 9. Blocks der Fortbildungsreihe war:
Ars Subtilior
Wie gewohnt begann der 3-Tage-Block mit einem Praxistag, an dem wir das Repertoire des vorangegangenen Blocks nachbearbeiteten: Der erste Tag stand also noch ganz im Zeichen von Guillaume de Machaut. Zunächst Besprachen wir die Notationshausaufgaben: Übertragung von Machaut-Stücken und Besprechung der Probleme, die zu lösen waren. Danach wurden in zwei getrennten Räumen Ensembleklassen parallel abgehalten, in denen die Teilnehmer sich in Ensembles zusammengefunden hatten und Machaut-Kompositionen spielten.
In der Abendeinheit präsentierte ein Ensemble, das sich aus Praxis- und Theorieteilnehmern gebildet hatte, zwei Virelais von Machaut in konzertreifer Fassung, die anschließend noch besprochen wurden. Dieses Ensemble (La Mouvance: Christine Mothes, Nelly Sturm, Karen Ehlig) tritt mit seinem Machaut-Programm heuer bei IYAP (International Young Artist´s Presentation) bei "Laus Polyphoniae" in Antwerpen auf. Wir sind sehr stolz auf diese Entwicklung. Der Abend ging mit einer weiteren Ensemblepräsentation dreier Sängerinnen weiter, die ebenfalls kommentiert wurde, und schloß mit Blattleseübungen aus Machaut-Originalnotation.
Der zweite, der Theorietag, begann mit einer Morgeneinheit in Ensembleklassen - nochmals wurde Machaut nachbehandelt. Sodann begann gegen 10 Uhr das eigentlich neue Thema, zu dem wieder externe Teilnehmer zu Hören hinzukamen: Ars Subtilior. Wir stellten im Frontalunterricht zunächst die wichtigsten Handschriften dieses Repertoires vor, sowie deren Verhältnisse untereinander (darunter v.a. Codex Chantilly, Codex Modena, Zypern-Codex, Codex Reina, Codex Pit). Wir zeigten Abbildungen aus den Handschriften, Anzahl erhaltener Stücke und Gattungen etc.
Daraufhin gingen wir an die Notation und zeigten, wie die Notation der Ars Nova um neue Notenzeichen bereichert wurden, wie Proportionen eingeführt werden usw.
Ferner wurde auf die geschichtlichen und politischen Hintergründe der gleichen Zeit eingegangen (besonders das abendländische Schisma mit 2-3 Päpsten und deren jeweiligen Kapellen). Am Nachmittag betrachteten wir Beispielkompositionen und als besonderes Feld im Bereich der Ars Subtilior den Kreis der sogenannten "Fumeurs" und deren Dichtungen und Kompositionen.
In der Abendeinheit nahmen wir uns eine bestimmte Komposition aus dem Bereich der Ars Subtilior vor (Amour m'a le cuer) und spielten sie mit Hilfe einer Teilnehmerin (Elodie Mourot) vor, analysierten sie exemplarisch Stück für Stück und erlangten so Einblick in die Funktionsweise von Ars Subtilior-Kompositionen, ihre stilistischen Merkmale und Kniffe.
Der 3. und Praxis-Tag war dann ganz der Erarbeitung vorbereiteter Ars Subtilior-Kompositionen in zwei getrennten Ensembleklassen gewidmet. Dabei standen sehr unterschiedliche Parameter bei den einzelnen Ensembles und Stücken im Vordergrund: bei "Andray soulet" beispielsweise, einem 3stimmigen Kanon, der keine rhythmischen Probleme bereitet, stand die Frage nach ficta-Einsatz und möglicher Austextierung im Zentrum der Aufführungsversuche, bei anderen Stücken waren es rhythmische Finessen, an denen viel Zeit verbracht wurde. Bei manchen Stücken hörten wir bereits sehr schöne Interpretationen, bei anderen mußten erst Vorübungen und Methoden erlernt werden, um beispielsweise Proportionen und Rhythmuswechsel richtig umrechnen und umsetzen zu können.
Die nächste Einheit (10), die vom 14.-16. Juni stattfindet, ist der nächsten, der "burgundischen" Epoche gewidmet.
18.05.2010
Lewon ist künstlerischer Berater für die Tage Alter Musik Worms
Ab 2011 wird ein neues Festival für Alte Musik mit Schwerpunkt auf Mittelalter und Renaissance in der Nibelungenstadt Worms (D) unter dem Titel "wunderhoeren" eingeführt.
Als künstlerischer Berater für dieses Festival wurde Marc Lewon berufen. Das erste Festival findet statt zwischen dem 1. April und dem 8. Mai 2011.
11.05.2010
Neue CD erschienen: Ensemble Perlaro interpretiert Trecento-Musik!
Das Debüt-Album von Ensemble Perlaro (Leitung: Lorenza Donadini) ist erschienen. Die 6 Musiker (3 Sänger: Lorenza Donadini, Agnieszka Budzinska-Bennett, Giovanni Cantarini und 3 Instrumentalisten: Elizabeth Rumsey, Uri Smilansky, Marc Lewon) interpretieren die Musik des späten Trecento und frühen Quattrocento auf der gerade beim Label PANCLASSICS erschienen CD "Sotto l'imperio del possente prince - Huldigungsmusik des 14. und frühen 15. Jahrhunderts".
Die CD dauert knappe 65 min. und enthält Werke von den bedeutenden Komponisten dieser Zeit, darunter Francesco Landini, Jacopo da Bologna und Johannes Ciconia.
15.03.2010
Neue CD erschienen - "Oswald von Wolkenstein" mit Andreas Scholl
Die CD, die wir mit Andreas Scholl und Shield of Harmony (Crawford Young, Kate Dineen, Margit Übellacker und Marc Lewon) im Sommer letzten Jahres im Rahmen des Programms "Oswald von Wolkenstein - Songs of Myself" für Harmonia Mundi France eingespielt haben, ist soeben erschienen.
Der Tonträger ist fast 81 Minuten lang und enthält neben bekannten "Klassikern" auch einige Ersteinspielungen, darunter z.B. "Des himels trone". Andreas Scholl singt neben seiner gewohnten und feinfühlig für diese Musik umgesetzten Countertenor-Lage auch zwei Lieder als Bariton. Die Duette mit Kate Dineen lassen manche 2stimmige Lieder Oswalds erstmalig in der richtigen Lage der Stimmen zueinander erklingen und trotzdem auf Mann und Frau verteilt (z.B. "Kom liebster man" und "Nu rue mit sorgen").
Das Ensemble setzt besonders auf Zupferklang, der in dieser Musik in solcher Form selten zu hören ist.
15.03.2010
Matrikulation an Oxford University
Die offizielle Aufnahme an die Universität von Oxford fand am 11. März in Form der Matrikulation statt, bei der alle Aufzunehmenden im Convocation House neben den Bodleian Library in einer lateinischen Zeremonie immatrikuliert wurden. Ich bin jetzt also offiziell Mitglied der Universität von Oxford.
12.03.2010
CD zur Instrumentalmusik von Josquin Desprez eingespielt!
Die erste große CD-Produktion von Ensemble Leones für das Label "Christophorus" wurde Ende Februar in Basel eingespielt. Sie soll den Auftakt für eine Reihe von Veröffentlichungen darstellen, die der ersten Generation von Komponisten gewidmet ist, die sich im späten 15. Jh. der Sache der Instrumentalmusik annahmen.
Diese erste Einspielung ist Josquin Desprez gewidmet und enthält als eine Art Bonus-Track die Ersteinspielung des Liedes "Sei gelobt, du Baum" von Arvo Pärt, das er u.a. für Quinterne geschrieben hat (siehe Link).
10.03.2010
Wohnortswechsel in Oxford
Seit Anfang März habe ich einen Wohnungswechsel innerhalb von Oxford vorgenommen. Ich bin nicht mehr beim NOOC untergebracht, sondern in Oxford ab sofort postalisch erreichbar unter:
Marc Lewon
c/o Nicholas Hewlett
142 Magdalen Road
Oxford
OX4 1RL
22.01.2010
Doktorat in Oxford beginnt!
Ein großes neues Kapitel ist aufgeschlagen: mit dem Hilary Term 2010 beginnt das Doktoratsprojekt von Marc Lewon an der Universität von Oxford/England unter Prof. Reinhard Strohm. Ich werde mit dem St. Hugh's College/Oxford assoziiert sein und das erste Jahr noch viel pendeln müssen. Wir halten die Wohnung in Wyhlen aber noch weiterhin, wo meine Frau Gabriele weiterhin erreichbar sein wird.
Es wird eine große Herausforderung, weiterhin zu spielen und praktisch produzieren, zugleich aber mein Doktorat in Oxford voranzutreiben. Ich danke besonders dem DAAD, der das erste Studienjahr unterstützt.
Meine Anschrift in Oxford für das erste halbe Jahr wird sein:
Oxford Overseas Student Housing Association Ltd
North Oxford Overseas Centre
117 Banbury Road, Oxford OX2 6JX
Tel: +44 (0) 1865 311277 (nicht privat)
www.nooc.org.uk
20.01.2010
Domenico-CD eingespielt
Mitte Januar wurde mit Ensemble Mediva eine neue CD zu den Tänzen von Domenico da Piacenza für eine englische Gesellschaft zur Förderung historischen Tanzes eingespielt. Diese neue, tanzbare Einspielung soll gegen Mitte 2010 veröffentlicht werden.
19.01.2010
Block 8 der Fortbildungsreihe vorbei: Ars Nova und Machaut
Der 8. Block der Fortbildungsreihe fand statt vom 11.-13. Januar 2010. Für alle Interessenten fasse ich hier kurz zusammen, was wir in den 3 Tagen unternommen und vermittelt haben. Block VIII stand unter dem Motto:
Guillaume de Machaut und die Ars Nova
Nachdem wir im Block VII die italienische Musik des 14. Jhs. behandelt hatten, war in Block VIII das französische Pendant dazu dran. Am ersten Tag des 3-Tage-Blocks arbeiteten wir zunächst wie gewohnt am nachbereiteten Repertoire des vergangenen Blocks: In zwei Ensembleklassen wurde den Nachmittag lang an Trecento-Kompositionen gearbeitet, darunter z.B. solche Stücke wie die Caccia "A poste messe", die Ballata "O rosa bella" (Ciconia), "La bionda trecca" (Landini), "Lucente stella" (Codex Rossi) oder die Motette "Ut te per omnes" (Ciconia). Die Abendeinheit dieses Tages wurde der Übung an Trecento-Notation gewidmet: Ein Stück aus Codex Rossi und eines aus Codex Pit (ein 3stimmiges Benedicamus Domino) waren die Übungsbeispiele anhand derer die Prinzipien der Trecento-Notation wiederholt wurden (die verschiedenen Divisionen und die rhythmischen Verhältnisse zwischen ihnen, via nature und via artis, etc.). Ferner bereitete die Auflösung des "Benedicamus" einige Schwierigkeiten, weil die Notation nicht in allen Fällen korrekt, bzw. unorthodox eingesetzt wurde. Das Problem wurde in gemeinsamer Anstrengung und durch Hinweise von Uri Smilansky gelöst -- exemplarisch wurde damit der praktische Umgang mit Quellen geübt, die nicht immer perfekt oder fehlerfrei notiert sind.
Der 2. Tag begann nach der morgendlichen Ensemblestunde, in der nochmals an Trecentomusik praktisch gearbeitet wurde, um 10 Uhr mit dem Theorieteil. Für diesen Theorietag hatten wir als Gastdozentin die bekannte Expertin für historische Notation Karin Paulsmeier, die sich bereit erklärt hatte, eine Überblickseinheit zur Entwicklung der Notation zusammenfassend für die Teilnehmer anzubieten. Paulsmeier vollzog die Entwicklung der rhythmischen Notation von ihren Anfängen in der Notre Dame Epoche bis zu Machaut nach, wobei sie den Schwerpunkt auf die Neuentwicklungen im Bereich der Motette legte. Angefangen bei einer Clausula innerhalb eines größeren Organums der großen Notre Dame Quelle F (Florenz, Pluteo 29.1 - Teil des "Magnus Liber Organi), die in Modalnotation steht über die Austextierungen der Oberstimmen unter Verlust des sichtbaren Modalrhythmus (bei denen also über den Text der Rhythmus eingebracht wird, bzw. eine korrekte Aufführung die Kenntnis der rhythmisierten aber textlosen Clausula voraussetzt) schlug Paulsmeier anhand derselben prinzipiellen Komposition den Bogen hin zu den späten Motettencodices der Ars Antiqua, allen voran den Codex Montpellier, in dem mit der Franconischen Mensuralnotation bereits eine Art "verdeutlichte Modalnotation" vorliegt, bei der auch Einzeltöne jetzt rhythmische Werte tragen können. Sodann präsentierte sie den nahtlos folgenden nächsten Schritt in der Notation bei Petrus de Cruce, der die feinere, rhythmische Unterteilung der Breviseinheit in Semibreven vorantrieb, die zunächst ungeregelt dann bei Philippe de Vitry eine erste neue Ordnung erhielt. Mit der Notation bei Machaut war dann einer neuer Punkt erreicht, an dem die Aufteilung der Brevis in Semibreven und Minimen zwei neue Ebenen erhielt. Paulsmeiers Überblick zur Entwicklung dieser Notationen wurde von den Studenten sehr positiv aufgenommen: Ihr Vortrag mit Übungen, an denen die Teilnehmer des Kurses das Gelernte erproben konnten, faßte die Notationsstunden der vergangenen 4 Blöcke noch einmal anschaulich zusammen. Wir freuen uns alle auf die dreibändige Notationsschule, die Frau Paulsmeier in den kommenden Jahren veröffentlichen und die zum neuen Standardwerk der Notationskunde werden wird.
Am Nachmittag widmeten wir uns dem neuen Thema: Ars Nova und Machaut. Zunächst präsentierte Uri Smilansky die Neuerungen der Ars Nova Notation, wie sie von Machaut gebraucht wurde, und auf die Paulsmeier mit ihrem Vortrag hingeleitet hatte: die Einführung der 4 Mensuren (oder auch "Prolationen"), die Einführung von Semibrevis- und Minima-Ebene (von "Tempus" und "Prolatio"), die Anwendung der Perfektionsregeln auf diesen Unterebenen (tempus perfectum/imperfectum, prolatio major/minor) und die praktische Übung an Beispielen aus Machaut-Handschriften.
Am späten Nachmittag gingen wir über zur Vorstellung des Dichters und Komponisten Guillaume de Machaut, seiner Zeit, seinen Werken, seinen Handschriften, seinen Kompositionen und der neuen Gattungen, die einzuführen er half (Stichwort "formes fixes"). Wir präsentierten eine kurze Schau über sein Leben, seine Mäzene, sein dichterisches Werk (v.a. die "Dits", darunter speziell "Voir Dit" und "Remede de Fortune" mit eingebetteten Kompositionen), über die Gattungen, die Machaut pflegte, mit jeweils einem Tonbeispiel (Lai, Complainte, Motette, Messe und die neueren formes fixes Ballade, Rondeau, Virelai) und über seine Handschriften, deren Anfertigungen er z.T. selbst überwachte (besonders C, A, B, E - mit Beispielseiten aus den Originalen).
Zur Abendeinheit wurde die Repertoireschau zu Machaut noch beendet. Danach hatten wir ein besonderes Quiz mit Powerpoint-Unterstützung vorbereitet: in zufälliger Ordnung wurden Fragen und Aufgaben gestellt, die aus den verschiedenen, bisher abgehaltenen Blöcken gewählt wurden, um die vergangenen Einheiten wieder ins Gedächtnis zu rufen und zu sehen, inwiefern das bisher behandelte Material verinnertlicht wurde. Wir waren sehr überrascht, daß praktisch alle Aufgaben im Plenum gelöst werden konnten, selbst die schwierigeren. Das Quiz wurde allseits sehr gut aufgenommen.
Zwar war das offizielle Programm beendet, doch wurde in kleinen Kreisen weiter diskutiert, Material gesichtet und es ergab sich eine Lesung aus dem "Remede de Fortune" (in englischer Übersetzung) mit von CD eingespielten Beispielen der in das "Dit" eingebetteten Kompositionen, die einen kleinen Einblick in das Funktionieren eines solchen Dits gaben.
Der 3. Tag stand wieder im Zeichen der Praxis: in 2 Ensembleklassen wurde an den im Vorfeld versandten Machaut-Kompositionen praktisch gearbeitet. Dabei wurden alle wichtigeren Gattungen, die bei Machaut anzutreffen sind, abgedeckt (mit Ausnahme des Lai): in unterschiedlichsten Besetzungen von rein vokal und rein instrumental bis hin zu Mischbesetzungen wurden Balladen, Rondeaux, das Sanctus aus der Messe de Nostre Dame, eine Motette (Suspiro) und ein Virelai erarbeitet.
17.01.2010
7. Fürsteneck-Block vorbei (Trecento)
Zwei Blöcke der Fortbildungsreihe "Frühe Musik der Hohen Stände" auf Burg Fürsteneck haben inzwischen stattgefunden.
Hier zunächste eine kurze Zusammenfassung der Inhalte von Block VII: Das Trecento (Musik des 14. Jhs. in Italien)
Wie gewohnt begann der 3-Tage-Block (26.10.-28.10.2009) mit einem Praxistag, an dem wir auf den vergangenen Block VI (frühe Ars Nova, Roman de FAUVEL, Philippe de Vitry) rückblickten:
In 2 Ensembleklassen unter Leitung von Uri Smilansky und mir wurde an der Interpretation von französischer Musik des frühen 14. Jhs. gearbeitet, darunter auch Vitry-Motetten, Lieder des Adam de la Halle, Lescurel und anonyme Stücke des Roman de FAUVEL. Die Abendeinheiten verbrachten wir mit einem kleinen Vorgriff auf die Musik des Trecento, verglichen verschiedene Einspielungen gleicher Kompositionen und diskutierten über Aufführungskonzepte.
Am zweiten, dem Theorietag, führten wir in die neue Stilepoche des Trecento ein: eine kurze Einführung in die Geschichte und die politischen und kulturellen Umstände Italiens im 14. Jh. wurde übergeleitet zu einer umfangreichen Handschriftenschau, in der alle wichtigen Quellen für die Musik des Trecento in Abbildungen und mit wichtigen Daten zu Entstehung, Inhalt, Repertoire, Konzeption vorgestellt wurden (Codex Rossi, Squarcialupi, Reina, Panciatichi, London Add 29987, Pit, und viele andere). [Nebenbemerkung: für die Theorieeinheiten verwenden wir zu Veranschaulichung ausgiebig die Möglichkeiten der PowerPoint-Präsentationen - dadurch werden auch stets die originalen, handschriftlichen Quellen wo möglich in Farbe plastisch vor Augen geführt.]. Es folgte ein kurzer Exkurs zum Repertoire der Lauda und der Laudesi-Bruderschaften (Beispiel Florenz und Laudario di Cortona). Sodann Vorstellung der wichtigsten Hilfsmittel zum Umgang mit dem Repertoire (Nachschlagewerke, Editionen, etc.).
Der nächste Abschnitt war der Trecento-Notation gewidmet: wir führten ein in die 6 "divisiones" dieser neuen Notation, in die Aufteilung der Breviseinheit in verschiedenste Semibrevisgruppierungen und -rhythmen, besprachen und übten die Wechsel und Proportionen von einer in eine andere Division, vermittelten die Prinzipien von "via nature" und "via artis", wiederholten die Regeln der Ligaturen und übten diese Dinge an praktischen Beispielen des Codex Rossi.
Am späteren Nachmittag wurde ein Überblick über die wichtigsten Trecento-Komponisten, deren Werke und in die typischen Trecento-Formen gegeben (Jacopo da Bologna, Francesco Landini, kleinere Komponisten des frühen Trecento, wie Magister Piero, Giovanni da Cascia etc., sodann auch spätes Trecento, wie Johannes Ciconia, Zacara da Terramo und andere; die Formen: Madrigal, Caccia, Ballata, Trecento-Motette wurden besprochen).
Für die Abendeinheit wurde uns ein besonderer Leckerbissen bereitet: Einige der Praxisteilnehmerinnen (die auch bei Ars Choralis Coeln tätig sind) hatten ein Konzertprogramm vorbereitet mit Stücken, die im Kurs bis zu diesem Zeitpunkt erarbeitet wurden und präsentierten dieses Programm allen Teilnehmern und weiteren Interessenten, die sich zu dem Zeitpunkt auf der Burg befanden, unter dem Titel "Oi dex". Das Konzert wurde mit Begeisterung aufgenommen und zeigte zugleich, welche Fortschritte im Kurs bislang erzielt wurden - eine beachtliche Bilanz und ein unterhaltsamer Abend, für den wir uns herzlich bedanken.
Der 3. Tag des Trecento-Blocks, wieder ein Praxis-Tag, stand ganz im Zeichen Italiens:
Wir eröffneten diesen Tag mit Blattleseübungen zur Trecento-Notation aus dem Codex Lucca. Sodann wurde an den vorab verteilten Vorbereitungsstücken in 2 Ensembleklassen getrennt gearbeitet. Darunter Kompositionen aus dem Codex Rossi, dem Codex Squarcialupi u.a. (Madrigale, eine Caccia, Ballate und eine Motette).
17.01.2010
Inszenierte Fassung von "Oswald - Songs of Myself"
Die inszenierte Version des Konzertprogramms "Oswald von Wolkenstein - Songs of Myself" mit Andreas Scholl und Shield of Harmony' wurde Anfang Dezember 2009 erfolgreich in Rotterdam (Laurenzkerk) uraufgeführt. Eine weitere Aufführung folgte in der Philharmonie von Köln am 27.12. Geplant sind Aufführungen in London (Barbican Hall) und Liverpool im April 2010.
Diese Fassung des Konzertprogramms schließt neben der Musik auch Bildprojektionen und Rezitationen durch den Schauspieler Bart Vanlaere ein.
06.12.2009
Fotos von Konzert mit Andreas Scholl und Oswald
Es gibt einige Fotos von unserem Konzert zu Oswald von Wolkenstein in Breslau mit Andreas Scholl und "Shield of Harmony" im Internet zu betrachten. Einfach auf untenstehenden Link klicken.
29.11.2009
Inszenierung des Oswald-Programms mit Andreas Scholl
In Rotterdam wird zur Zeit das Konzertprogramm "Oswald von Wolkenstein - Songs of Myself" mit Andreas Scholl und 'Shield of Harmony' für die szenische Aufführung einstudiert. Das Programm wird in Rotterdam in der Laurenzkerk am 1. Dezember und in Köln in der Philharmonie am 27. Dezember aufgeführt. Der folgende Link führt zu einer kurzen Video-Präsentation, die während der Probenarbeiten von Andreas Scholl aufgenommen wurde.
18.11.2009
Neue CD erschienen: "Danse et Chanson"!
Eine neue CD unter tragender Mitwirkung von Marc Lewon ist soeben beim Label Aliud (Niederlande) unter dem Titel "Danse et Chanson" erschienen. Das 4-köpfige Ensemble "Grand Désir" (Anita Orme-della Marta, Blockflöte, Leitung; Anne-Marieke Evers, Gesang; Elizabeth Rumsey, Viola d'arco; Marc Lewon, Laute) hat ein Repertoire des 15. Jhs. eingespielt: burgundische Chansons werden instrumentalen Tanzbearbeitungen gegenübergestellt, die auf den gleichen Melodien basieren. Dadurch wird ein fließender Übergang von Vokal- zu Instrumentalmusik des 15. Jhs. geschaffen.
15.09.2009
"Resonanzen 2010"-Ausschreibung ist online
Die Ausschreibung für die "Resonanzen des Mittelalters" für 2010 ist jetzt online und abrufbar. Anmeldungen für den Kurs sind ab sofort möglich - Link zur Beschreibung siehe unten.
Thema ist: "Musik am Hofe der Könige von Jerusalem" und dreht sich um eine Handschrift mit Musik der Ars Nova aus Zypern.
07.09.2009
6. Fürsteneck-Block vorbei (Roman de FAUVEL)
Der 6. Block der Fürstenecker Fortbildungsreihe "Frühe Musik der Hohen Stände" war dem Übergang von der Ars Antiqua zur Ars Nova gewidmet und der Hauptquelle für die Musik der frühen Ars Nova, dem Roman de FAUVEL (mit den Motetten des Philippe de Vitry).
Der erste Tag des Blocks war der Nachbearbeitung der Inhalte von Block V gewidmet: es wurde nochmals an Ars Antiqua-Notation (Franconischer Mensuralnotation) gearbeitet und an der rhythmischen Auflösung von Ligaturen. Ferner wurde in Ensembles an der praktischen Umsetzung von Ars Antiqua-Motetten aus dem Codex Montpellier gearbeitet.
Mit dem Theorietag hatten wir die Expertin Nicoletta Gossen zu Gast, die bis vor kurzem an der Mittelalterabteilung der Schola Cantorum Basiliensis Musikgeschichte unterrichtet hatte. Nach einer Einführung in die Epoche der frühen Ars Nova (Vorstellung der Haupthandschriften, der wichtigsten Komponisten und der politischen und sozialen Situation - Stichworte: Zerschlagung der Templer, Heiligsprechung Ludwigs, Papststuhl in Avignon) durch Marc Lewon übernahm Gossen den Unterricht und führte in das Umfeld des Roman de FAUVEL ein. Nach detaillierter Erklärung zu Entstehung und Inhalt des Romans wurde die Handschrift Paris, BN, f. fr. 146 im Faksimile durchgeblättert und Layout wie Inhalt am praktischen Beispiel erklärt.
Darauf folgte eine genaue Analyse einer Motette Philippes de Vitry durch Lewon, bei der gezeigt wurde, wie präzise jeder Aspekt von Text und Komposition durchgeplant ist. Außerdem wurden die Prinzipien der Isorhythmie erläutert. Darauf führte Smilansky in die Neuerungen der frühen Ars Nova Notation ein (rote Noten, Semibrevisrhythmisierung). Die Abendeinheit stand unter dem Motto "ANACHRONOS" und war einer Gesprächsrudne gewidmet, in der Thesen zur historisch informierten Aufführungspraxis und kritische Reflexion über das eigene Tun angeleitet von Gossen heiß diskutiert wurden.
Am dritten Tag wurden dann die Vorbereitungsstücke für diesen Block in Ensembleklassen gespielt und bearbeitet (darunter ein 3stimmiges Rondeau des Adam de la Halle und eines von Jehannot de Lescurel, eine Motette Philippes de Vitry, eine Intavolierung dieser Motette für Instrumente u.a.)
Wir danken abschließend Nicoletta Gossen für ihren besonderen Beitrag zu dieser Unterrichtseinheit. Ihr Buch "Musik in Texten - Texte in Musik --- Der poetische Text als Herausforderung an die Interpreten der Musik des Mittelalters" ist sehr zu empfehlen und direkt beim Amadeus-Verlag bestellbar (siehe Link).
07.09.2009
2. Oswald-Tour mit Andreas Scholl vorbei
Die 2. Konzert-Tour mit dem neuen Programm "Oswald von Wolkenstein - Songs of Myself" mit Andreas Scholl und SHIELD OF HARMONY (Crawford Young, Kathleen Dineen, Margit Übellacker, Marc Lewon) ist vorüber. Das Programm wurde mittlerweile an 7 Orten konzertant aufgeführt und das Publikum begeistert (darunter San Sebastian [Spanien], Beaune [Frankreich], Wigmore Hall [London/England], Grafenegg [Österreich] u.a.). Eine 3. Konzerttour wird Ende des Jahres gestartet. Das Erscheinen der bereits eingespielten CD zum Programm ist bei Harmonia Mundi für Anfang 2010 geplant.
14.08.2009
Neue CD eingespielt ("contenance angloise")
Eine neue CD ist eingespielt - Das Ensemble Chant1450 unter der Leitung von Daniel Manhart hat sich der "contenance angloise" angenommen und eine CD für das Label Christophorus aufgenommen mit Kompositionen von Dufay, Dunstable, Power, Brassart und anderen. Mit von der Partie waren als Instrumentalisten Masako Art, Elizabeth Rumsey und Marc Lewon mit eigenen Diminuitionen und Bearbeitungen aus den Buxheimer Orgelbuch.
05.07.2009
Oswald-CD mit Andreas Scholl eingespielt!
Die CD zum Programm "Oswald von Wolkenstein - Songs of Myself" mit Andreas Scholl und dem Ensemble "Shield of Harmony" unter der Leitung von Crawford Young wurde vor kurzem in Scholls Heimatort Kiedrich für das Label Harmonia Mundi France eingespielt. Die CD wird im Frühjahr 2010 erscheinen.
05.07.2009
Treffen der Trouvères und Minnesänger
Eine Programmbeschreibung mit Tonbeispielen und Bildern von Ensemble Leones in Zusammenarbeit mit "Les Jardins de Courtoisie" - das Konzertprogramm wurde 2008 in Straßburg uraufgeführt.
14.06.2009
Fuersteneck, Block V: Ars Antiqua
Der 5. Block der Burg Fuerstenecker Ausbildung zur mittelalterlichen Musik ist gerade vorueber. Thema dieses 3taegigen Blocks war die Musik der spaeten "Ars Antiqua" mit ihren bedeutenden Motettenhandschriften (darunter Codex Montpellier, Codex Bamberg u.a.).
Neben dem Uebergang der Notation von der Modalnotation der Notre Dame-Epoche hin zur Franconischen Mensuralnotation (mit kleinen Exkurses zu den Besonderheiten der Garlandia- und der Petrus de Cruce-Notationen) wurde v.a. in die Gattung der Motette eingefuehrt und dieses Repertoire in Ensembles geuebt.
Der 6. Block wird dem Uebergang zur Ars Nova gewidmet sein mit Philippe de Vitry und dem Roman de FAUVEL. Als Gastdozentin werden wir am Theorietag Nicoletta Gossen begruessen.
Eine detailliertere Auflistung der Kursinhalte des Block V findet sich in dem Thread, der unter folgendem Link zu erreichen ist (dort auf den Thread "Aufbaustudium mittelalterliche Musik" klicken):
30.05.2009
"Oswald von Wolkenstein" mit Andreas Scholl angelaufen
Das Konzertprogramm zu Oswald von Wolkenstein ("Songs of Myself") mit Andreas Scholl und dem Ensemble Shield of Harmony ist gestern mit dem Premierenkonzert auf dem Hambacher Schloß (Neustadt/Weinstraße) erfolgreich angelaufen. Es folgen dieses Jahr noch Konzerte in Dortmund, auf der Schubertiade, in der Wigmore Hall (London), in Polen, Spanien und Holland. Ferner wird eine CD mit dem Programm im Juni aufgenommen werden.
09.04.2009
Bewerbung in Oxford erfolgreich!
Die Bewerbung um ein Doktorat bei Prof. Reinhard Strohm an der University of Oxford war erfolgreich: Oxford bietet Marc Lewon einen Platz an der Universität an, um dort einen "Doctor of Philosophy in Music" zu erlangen. Das Programm beginnt im Herbst 2009 und dauert 3 Jahre -- gesetzt den Fall, daß die Stipendienanträge bewilligt werden.
Natürlich wird parallel zum Doktorvorhaben weiter konzertiert, aufgenommen und unterrichtet!
22.03.2009
Videopräsentation zum Lochamer Liederbuch
Als Autor der Editionsreihe zum Lochamer Liederbuch habe ich eine kurze Vorstellung dieser Reihe auf youtube eingestellt (die eigentlich für Amazon.de gedacht war, dort bislang aber nicht erschienen ist), die über den Link unten angesteuert werden kann. Viel Spaß beim Angucken.
22.03.2009
"Schisma!" - Programmbeschreibung und Download des Flyers
Eine volle Kursbeschreibung auf deutsch und englisch findet sich auf der Homepage der Burg Fürsteneck und auf dem Flyer, der hier unten herunterladbar ist.
Mit den „Resonanzen des Mittelalters“ beginnen wir eine neue Seminarreihe, die in den kommenden Jahren jeweils bestimmten historischen Ereignissen oder wichtigen historischen Zentren und dem Nachklang der damit verbundenen überlieferten Musik nachspüren wird. Die erste „Resonanz“ erleben wir mit der aufregenden Zeit des kirchlichen Schisma um das Jahr 1400.
Zwietracht und Uneinigkeit, ob in religiösen Fragen oder auf politischem Parkett, führten im Mittelalter zu ständiger Abspaltung und Parteienbildung, gegenseitigen Exkommunikationen und verbitterter Gegnerschaft um die geistliche Führung: Wer war rechtmäßiger Hirte für die „Schafe“? Kaum ein Ereignis aber schuf tiefere Gräben zwischen den beteiligten Parteien, kaum eine Begebenheit war beherrschender und traumatischer für die mittelalterliche Gesellschaft als das große abendländische Schisma, die „Kirchenspaltung“ 1378 bis 1417. Zunächst wetteiferten zwei, später drei Päpste um die Vorherrschaft und nutzten nach allen Regeln der Kunst religiöse, ökonomische, militärische und politische Tricks, um ihre Positionen zu stärken und ihre „Mitbewerber“ zu verleumden. Es gab keine Regeln, nichts galt als heilig. Ein gewaltiger Kampf um Führerschaft und Macht wurde im Namen der Religion von starken Persönlichkeiten ausgefochten. Nichts würde jemals wieder so sein wie es einst war...
Im 14. Jh. erfuhr der Stand des Berufskomponisten und -musikers eine beachtliche Image-Aufwertung und Musik wurde zusehends in den Dienst der feierlichen Zurschaustellung von Macht gestellt. Jeder Papst bemühte sich, die besten Musiker seiner Zeit in seiner Kapelle zu versammeln, neue liturgische und weltliche Kompositionen für seinen Hof zu schaffen und damit die Rechtmäßigkeit seiner Herrschaft in ganz Europa auch musikalisch zu demonstrieren und zu festigen. Komponisten fügten sich diesen Bedürfnissen bereitwillig und wechselten regelmäßig die Seiten, je nachdem welcher Hof gerade die besten Bedingungen bot. Mit dem vorliegenden Kursprogramm folgen wir den Lebenswegen dieser Musiker und Komponisten und ihrer Arbeit.
Die Teilnehmer/innen werden sich zunächst im Plenum treffen, um sich einen Überblick über die historische, politische und kulturelle Atmosphäre der Zeit zu verschaffen, in der das Schisma stattfand, und so eine einheitliche musikalische Grundlage für die Arbeit mit der Musik dieser Epoche zu erhalten. Danach werden die Gruppen für die drei päpstlichen Kapellen eingeteilt: Els Janssens, die sich der Römischen Kurie widmet mit einem virtuos verzierten späten Trecento-Repertoire; Uri Smilansky, der den Hof von Avignon anführt, der sich der Aufführung von Werken des komplexen Ars Subtilior-Stils annimmt; und Marc Lewon, der die beiden anderen schmähend den Blick der Pisa-Fraktion auf einen eben neu-entstehenden, schlichteren und „internationalen“ Stil lenkt – eine musikalische Richtung, die gegen Ende des Schismas an Fahrt gewinnt und schließlich in das Repertoire der sogenannten „burgundischen Chanson“ münden wird. Der Kurs wird wieder im Plenum schließen, und jede Fraktion wird die Ergebnisse ihrer Arbeit den anderen präsentieren – die drei Dozenten werden diese musikalische Vorstellung um einige Beispiele bereichern.
Der Kurs richtet sich in erster Linie an erfahrene Musiker/innen, die ihr Instrument oder ihre Stimme sicher beherrschen. Notenkenntnisse sind Vorraussetzung, vom Blatt spielen zu können, erleichtert die Kursteilnahme. Ein Teil des Repertoires wird vor Kursbeginn zur Verfügung gestellt.
Besonders willkommen sind die eher „leiseren“ historischen Instrumente, also Lauten, Fideln, Harfen, Flöten und Ähnliches…. und natürlich Gesangsstimmen. Aber auch mit modernen Instrumenten ist eine Teilnahme möglich. Die lauten Instrumente der „Alta Capella“, also Schalmeien, Dudelsack etc., sind hier leider weniger geeignet. Bitte machen Sie mit der Anmeldung unbedingt Angaben zu Ihrem Instrument und Ihren Spielerfahrungen. Im Zweifelsfall bitte anfragen.
Alle drei Referenten sprechen deutsch. Uri Smilansky wird nach Absprache ggf. teilweise englisch unterrichten, um sich nuancenreicher ausdrücken zu können. Marc Lewon spricht auch englisch, Els Janssens auch fließend englisch, flämisch und französisch. Die drei Referenten gelten als Koryphäen in Theorie und Praxis der mittelalterlichen Musik.
22.03.2009
"Schisma!" - Anmeldung noch möglich
Der erste Kurs der neuen, jährlichen Reihe "Resonanzen des Mittelalters" auf Burg Fürsteneck findet vom 15.-17. Mai 2009 statt. Es sind noch Anmeldungen möglich und wir wollen hiermit herzlich zum Kursbesuch einladen.
20.03.2009
Etappen für Alte Musik vorüber
Die diesjährigen, "9. Etappen für Alte Musik" auf Burg Fürsteneck mit dem Ensemble "Oni Wytars & friends" sind gerade vorüber. Thema war italienische Musik des Mittelalters und der Renaissance. Der Kurs mit Marc Lewon fand über "Tanzmusik mit Dalza" statt: im Renaissance-Ensemblekurs wurden Diminuitionen über Tanzrhythmen des späten 15. und frühen 16. Jhs. gespielt und nachgeforscht, wie die professionellen Instrumentalensembles dieser Zeit möglicherweise improvisiert haben. Gegen Kursende führten wir die schöne "Calata" aus dem Lautendruck des Joan Ambrosio Dalza mit dem Ensemble auf - und begleiteten ferner die Tänzer mit Tanzmusik von Guilelmo Ebreo (15. Jh.).
20.03.2009
3. Block der Fortbildungsreihe: Minnesang und aquitanische Polyphonie
In der Fortbildungsreihe zur Musik des Mittelalters "Frühe Musik der Hohen Stände" auf Burg Fürsteneck ist der 3. Block (à 3 Tage) nun vorüber.
Thema was dieses Mal:
Minnesang (als Fortsetzung des letzten Blocks zu den Trobadors und Trouvères) und:
Aquitanische Polyphonie (die früheste überlieferte Mehrstimmigkeit aus dem frühen bis mittleren 12. Jh., St. Martial de Limoges und Codex Calixtinus)
Der erste Tag dieses Blocks war wieder der Nachbereitung der vergangenen Einheit und der Besprechung der "Hausaufgaben" gewidmet: Es gab kleine Aufführungen von Trouvère- und Trobadorlieder; kurze, modale Analysen und Vergleiche von verschiedenen handschriftlichen Melodiefassungen solcher Lieder (oft sind Trouvèrelieder ja mehrmals in verschiedenen Hss. überliefert); Berichte über die Versuche der Teilnehmer, selbst neues Material zu finden (z.B. Übersetzungen solcher Lieder, Faksimiles, Übertragungen etc.); und schließlich die Vorführung neu komponierter Estampien, orientiert an den Estampies royales des Chansonnier du Roi (13. Jh.). Die Abendeinheit verbrachten wir mit modalen Übungen als mögliche Vorbereitung für einstimmige Improvisation.
Der 2. Tag, der Theorietag, zu dem wieder 9 zustätzliche Hörer hinzutraten, war dann am Vormittag dem Thema "Minnesang" gewidmet:
In mehreren Präsentationen (wir haben "powerpoint" als starkes Medium für uns entdeckt) wurde die überlieferte Musik zum Minnesang in groben Zügen vorgestellt, Handouts mit Hs.-Listen verteilt und auf die früheste Überlieferung von Minnesang mit umfangreicherer Musiknotation besonders eingegangen: Das Frankfurter Neidhart-Fragment (ca. 1300) mit 5 schönen Melodien wurde intensiv besprochen und 2 Lieder in Faksimile und Übertragung verteilt und kurz diskutiert. Aufgrund der dürftigen Überlieferung von Musik zum Minnesang wurden 2 "Werkstattberichte" vorgestellt, wie man historisch informiert an die Aufgabe gehen könnte, die überlieferten Texte mit Melodien zu versehen: 1. Nachkomposition anhand der Neumen, die im Codex Buranus zu einigen Liedern des Minnesangs überliefert sind, 2. Kontrafakturen vom romanischen Minnesang ("erwiesene", sowie lediglich "zufällige" Formähnlichkeiten, die Melodien liefern können), 3. Melodieanpassung ohne Formgleichheit von deutschen Kompositionen (v.a. aus Melodien der Jenaer und Kolmarer Liederhandschrift). Bei all diesen Vorgehensweisen blieb klar, daß es sich nicht um streng genommene Aufführungspraxis handelt, sondern um den Versuch, Texte nach bestem historischem Gewissen angemessen zum Klingen zu bringen, deren Melodien als verloren gegangen gelten. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, die "gewonnenen" Melodien so zu adaptieren, daß sie auf auf die Besonderheiten des mittelhochdeutschen Sprachflusses gut passen (und nicht nur 1:1 von einem Trouvèrelied übernommen werden, was oft zu sehr holpriger Vertonung führt).
Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen der frühesten Mehrstimmigkeit, die überliefert ist. Zunächst ging es um mehrstimmige Improvisationsmodelle des 9.-11. Jhs.: vom parallelen Quint- zum flexibleren, parallelen Quartorganum und schließlich zum freien Organum. Nach einigen praktischen Übungen gingen wir über zu den frühen, 2stimmigen Kompositionen der sog. "Schule von St. Martial" - eine polyphone Praxis, die noch vor der berühmten "Schule von Notre Dame de Paris" aus dem früheren 12. Jh. überliefert ist. Wir verteilten Beispiele und besprachen einige Kompositionen in Analyse und Höreindruck, stellten die Haupthandschriften vor, kompositorische und Notations-Techniken, um die Abendheit schließlich einigen Übungen zur Improvisation von freiem Organum zu widmen.
Der 3. Tag diente wieder der praktischen Arbeit am neuen Repertoire - es wurde versucht, einige Stücke aus St. Martial-Quellen und dem Codex Calixtinus in kleinen Gruppen unter Anleitung praktisch und stilistisch passend umzusetzen.
Der nächste, 4. Block wird der nachfolgenden Epoche gewidmet sein: es geht um die frühe Notre Dame-Schule mit ihren Organa aus dem "Magnus Liber Organi", ferner steigen wir in die erste rhythmische Notation, die Modalnotation ein.
11.01.2009
Lochamer Liederbuch-Paket Rezension und Kursankündigungen
Auf dem Internetportal www.chronico.de ist eine neue Rezension des "Gesamtpakets" zum Lochamer Liederbuch zu finden: die CD, eingespielt von Ensemble Dulce Melos in Zusammenarbeit mit dem Sänger Martin Hummel, sowie die ersten beiden Bände der neuen kommentierten Spieledition zum Lochamer Liederbuch.
Ferner findet sich dort eine Ankündigung der zahlreichen (und z.T. neuen) Kursangebote zu mittelalterlicher Musik auf Burg Fürsteneck.
15.12.2008
2. Block der Forbildungsreihe: Trobadors, Trouvères
Der 2. Block der Fortbildungsreihe zur Musik des Mittelalters ("Frühe Musik der Hohen Stände") auf Burg Fürsteneck ist nun vorüber (leider hat die Willkür der englischen Einreisebehörden durch die unbegrenzte Einbehaltung des Reisepasses von Uri Smilansky dafür gesorgt, daß dieser nicht für den Kurs anreisen konnte, so daß wir äußerst kurzfristig Ersatz für ihn finden mußten; glücklicherweise sprang unser kongenialer Kollege Baptiste Romain für Smilansky ein, so daß dieser Kursblock zum Erfolg wurde). Er war dem Thema "Trobadors und Trouvères" gewidmet.
Die inzwischen 18 Praxisteilnehmer beschäftigten sich 3 Tage lang mit einer Auswahl an okzitanischen Liedern der Trobadors und ihrer französischen Kollegen, der Trouvères. Wir arbeiteten an den historischen Sprachstufen, der Aussprache, an Inhalten und Formen der Dichtung, an der Überlieferung, Konstruktion, Struktur und Modalität der Melodien, am Wort-Text-Verhältnis und an Möglichkeiten der Interpretation. Außerdem warfen wir einen kleinen Seitenblick auf das verwandte Repertoire der Cantigas de Santa Maria und die instrumentale Gattung der Estampie.
Es wurden ferner die Hilfsmittel besprochen, die für die Arbeit an diesen Repertoires zur Verfügung stehen: Bibliographien, die wichtigsten handschriftlichen Quellen, Übersetzungen, Übertragungen, Editionen und die Problematiken mancher Ausgaben. Damit sollte das Handwerkszeug vorgestellt und eine Methodik erarbeitet werden, die die tiefergehende, praktische Beschäftigung mit diesen besonderen einstimmigen Repertoires ermöglicht.
Der nächste, 3. Block der Fortbildungsreihe findet im Februar 2009 statt und ist neben einem kurzen Blick auf das Schaffen der Minnesänger der frühesten Mehrstimmigkeit gewidmet: die organale Improvisation bis 11 wird Thema sein, sowie die frühen Repertoires aus Santiago de Compostela und St. Martial de Limoges.
11.12.2008
Neue Kursreihe "Resonanzen des Mittelalters"
Mit den „Resonanzen des Mittelalters“ beginnen wir eine neue Seminarreihe auf Burg Fürsteneck, die in den kommenden Jahren jeweils bestimmten historischen Ereignissen oder wichtigen historischen Zentren und dem Nachklang der damit verbundenen überlieferten Musik nachspüren wird. Die erste „Resonanz“ erleben wir mit der aufregenden Zeit des kirchlichen Schisma um das Jahr 1400.
Die Teilnehmer werden sich zunächst im Plenum treffen, um sich einen Überblick über die historische, politische und kulturelle Atmosphäre der Zeit zu verschaffen, in der das Schisma stattfand und so eine einheitliche musikalische Grundlage für die Arbeit mit der Musik dieser Epoche zu erhalten. Danach werden die Gruppen für die drei päpstlichen Kapellen eingeteilt: Els Janssens, die sich der Römischen Kurie widmet mit einem virtuos verzierten späten Trecento-Repertoire; Uri Smilansky, der den Hof von Avignon anführt, der sich der Aufführung von Werken des komplexen Ars Subtilior-Stils annimmt; und Marc Lewon, der die beiden anderen schmähend den Blick der Pisa-Fraktion auf einen eben neu-entstehenden, schlichteren und „internationalen“ Stil lenkt – eine musikalische Richtung, die gegen Ende des Schismas an Fahrt gewinnt und schließlich in das Repertoire der sogenannten „burgundischen Chanson“ münden wird. Der Kurs wird wieder im Plenum schließen und jede Fraktion wird die Ergebnisse ihrer Arbeit den anderen präsentieren – die drei Dozenten werden diese musikalische Vorstellung um einige Beispiele bereichern.
Leitung: Els Janssens, Marc Lewon, Uri Smilansky
24.11.2008
Fortbildungsreihe ist angelaufen!
Der erste große Block der neuen Fortbildungsreihe zur Musik des Mittelalters unter dem Titel "Frühe Musik der Hohen Stände" ist erfolgreich angelaufen.
17 MusikerInnen nehmen an der Seminarreihe teil und arbeiten theoretisch und praktisch an den wichtigsten überlieferten Repertoires des Mittelalters. Für den Theorietag kommen nochmals 6-10 zusätzliche Interessenten dazu.
Der erste Block vom 27.-29. Oktober stand ganz im Zeichen der Grundlagen. Die musikgeschichtliche Entwicklung zwischen Antike und frühem Mittelalter stand im Vordergrund: von spätantiker Musik und ihrer Vermittlung durch Boethius über Gregor "den Großen", Isidor von Sevilla bis hin zu Karl dem Großen, den ersten Neumenhandschriften und dem Höhepunkt der Entwicklung zur Zeit Guidos von Arezzo mit Erfindung von Schlüssel und Notenlinie, sowie der Verwendung der Solmisation.
Das Repertoire, an dem aktiv gearbeitet wurde, bestand aus dem einstimmigen, lateinischen Lied des 11. bis 13. Jhs. Der folgende, 2. Block (8.-10. November) ist den Liedern der Trobadors und Trouvères gewidmet (die Minnesänger melden sich auch kurz zu Wort).
03.11.2008
Austritt bei Freiburger Spielleyt
Der lang angekündigte Austritt bei den Freiburger Spielleyt ist vollzogen. Mit einer Abschlußtournee, die die "Spielleyt" auch nach Innsbruck zur Ausstellung der Oswald von Wolkenstein-Handschrift "B" führte, verabschiedete sich Marc Lewon nach 9jähriger Zusammenarbeit mit den Spielleyt von dem Ensemble.
15.10.2008
9. Etappe für Alte Musik - online
Die Kursausschreibung für die "9. Etappe für Alte Musik" mit Oni Wytars auf Burg Fürsteneck ist online gestellt. Der untenstehende Link führt auf die Kursbeschreibungen. Thema im kommenden Jahr:
"Musica Antica Italica"
Il Paradiso della Musica e della Danza
Alte Musik und Historischer Tanz in Italien
zwischen dem 13. und dem 16. Jahrhundert
Darunter auch ein Kurs mit Marc Lewon:
Tanzmusik mit Joan Ambrosio Dalza
(Renaissance-Ensemble)
Die 9. Etappe findet statt vom 13. bis 15. März 2009.
03.10.2008
Locham-Remix
Ein witziger Remix des Stücks "Mir ist mein pferd vernagellt gar" von der CD "Das Lochamer Liederbuch" (Ensemble Dulce Melos) wurde von Carsten Sommer (picaso) online gestellt. Die Disco-Version kann über den unten stehnden Link angehört werden.
20.09.2008
Sendung zum Lochamer Liederbuch
Am Samstag, dem 20.9.2008, wird um 14:05 Uhr im SWR2 eine Sendung zum Lochamer Liederbuch im Interview mit Marc Lewon ausgestrahlt.
15.09.2008
Link auf das Locham-PDF
Hier kommt der direkte Link auf den PDF-Download aller gesungenen Texte der CD "Das Lochamer Liederbuch".
13.09.2008
Übersetzungen/Texte zum Lochamer Liederbuch sind online!
Die gesungenen Texte auf der CD "Das Lochamer Liederbuch" (NAXOS 2008) mit Martin Hummel und Ensemble Dulce Melos sind als PDF-Download auf der Homepage von NAXOS online gestellt.
Dort finden sich alle Texte im orginalen Wortlaut, in neuhochdeutscher und in englischer Übersetzung.
10.09.2008
Gewinnspiel vorbei
Das Locham-Gewinnspiel ist abgelaufen. Die 3 glücklichen Gewinner können auf der unten stehenden Seite (www.spielleut.de) nachgeschlagen werden. Gratuliere.
23.07.2008
Gewinnspiel "Lochamer Liederbuch"
Es können 3 volle Pakete zum "Lochamer Liederbuch" gewonnen werden (Band 1 und 2 der Edition und die CD). Auf dem Forum "www.spielleut.de" ist seit gestern das Gewinnspiel online gestellt worden. Am 31. August werden die Gewinner gezogen werden, die jeweils ein Komplettset erhalten.
24.05.2008
Fortbildung "Mittelalterliche Musik" in neuer Phase!
Für die ab Herbst 2008 geplante Fortbildung für Mittelalterliche Musik auf Burg Fürsteneck sind jetzt die Eckdaten bekanntgegeben worden: eine Kostenkalkulation und die Anmelde- und Kursbedingungen wurden von der Bildungsstätte in Form eines Anschreibens veröffentlicht. Alle, die sich auf die Interessentenliste gesetzt hatten, haben dieses Anschreiben erhalten. Auf Anfrage wird es aber auch an nicht "vorangemeldete" verschickt: einfach eine E-Mail an Burg Fürsteneck mit Bitte um die genauen Teilnahmebedingungen senden. Weitere Anmeldungen sind noch möglich!
Die ersten beiden Blockseminaretermine stehen ja bereits fest und sind auch auf der Seite von Burg Fürsteneck bekanntgegeben.
Ferner wurden ein paar Musikbeispiele online gestellt, anhand derer evtl. Interessenten abschätzen können, was für ein Repertoire ungefähr in der Fortbildungsreihe und auf welchem Niveau angegangen werden wird - die Beispiele finden sich dort im Faksimile, Übertragung, Übersetzung, Hörbespiel und mit einer kleinen Einführung.
05.05.2008
Locham 2 ist da!
Der zweite Band zur neuen Editionsreihe zum Lochamer Liederbuch ist jetzt gedruckt und erschienen. Der Band hat sogar 48 Seiten, ist also nochmal 8 Seiten stärker als Band 1 - wieder mit 10 Musikblöcken (mit zumeist mehreren Stücken pro Set), Einleitung und ausführlichem Kommentar.
Erhältlich beim "Verlag der Spielleute"
05.04.2008
Termine für Leipzig-Kurs stehen fest
Die Termine für die Blöcke zum Seminar "Chansonnier und Liederbuch" an der Musikhochschule Leipzig sind jetzt festgelegt:
Block 1:
15. April 2008: 16:00-20:00 Uhr
16. April 2008: 10:00-14:00 Uhr
Block 2:
2. Mai 2008: 16:00-20:00 Uhr
3. Mai 2008: 10:00-14:00 Uhr
Block 3:
11. Juni 2008: 16:00-20:00 Uhr
12. Juni 2008: 10:00-14:00 Uhr
Block 4:
7. Juli 2008: 16:00-20:00 Uhr
8. Juli 2008: 10:00-14:00 Uhr
Zum Besuch sei hiermit nochmals eingeladen.
Zum Einstieg empfehle ich als Überblickslektüre einfach die Artikel aus NewGrove zu "Chanson" (Kapitel "Origins to about 1430" und "1430 to about 1525"), zu "Lied" (Kapitel "The polyphonic lied"), sowie aus dem Artikel "Sources, MS" die Unterkapitel "8. Chansonniers" und "7. German lied manuscripts" (bei zu finden unter "Sources, MS", §IX Renaissance polyphony). Das ist nicht viel Material zu lesen und gibt einen guten Überblick über das, was wir dann im Detail behandeln wollen.
Im Seminar wird es zunächst um die Herkunft der polyphonen Chanson gehen, so daß wir einen kleinen Rückblick ins 14. Jh. und dort v.a. zu Guillaume de Machaut vornehmen. Hauptaugenmerk wird aber auf den Chansons des 15. Jhs. liegen (Stichworte Ciconia, Dufay, Binchois - viell. noch etwas Spätzeit: Busnoys, Ockeghem) und dann natürlich auch die deutschen Liederbücher (Lochamer, Glogauer, Schedelsches Liederbuch). Es wird also einerseits um einzelne Komponisten, andererseits um bestimmte Quellen/Handschriften gehen. Und um dem ganzen noch eine Abrundung zu geben, soll ein Blick auf die frühen instrumentalen Quellen geworfen werden, die nämlich in der Hauptsache solche polyphonen Chansons und Lieder für Tasteninstrumente intavoliert und verziert haben (Codex Faenza, Instrumentalteil im Lochamer Liederbuch, Buxheimer Orgelbuch).
Neben der Analyse und Interpretation einzelner Lieder und Chansons (wobei neben der Betrachtung der Gedichte, v.a. der Kontrapunkt dieser Musik angeschaut wird und evtl. auch ein wenig Notationskunde mit hineinspielt) will ich gerne dieses Semester auch ein bißchen mehr Praxis einfließen lassen. Sie sind also gerne angehalten, Stimme, Instrument und Lust mitzubringen, einzelne Chansons mal probeweiser zusammen zu spielen - das kann einerseits spontan passieren, Sie können sich aber auch gerne mal eine Chanson (oder eine Intavolierung einer Chanson z.B. auf einem Tasteninstrument) als "Hausaufgabe" vornehmen und in einer Sitzung präsentieren. Gerne können wir auch das Spiel vom Original mal ausprobieren.
28.03.2008
Seminar zur Musik des Mittelalters in Leipzig
Im jetzt beginnenden Semester findet ein weiterer Kurs zur mittelalterlichen Musik an der Musikhochschule zu Leipzig (Felix Mendelssohn-Bartholdy) statt, den ich hiermit gerne bekanntgeben und zum Besuch einladen möchte:
Chansonnier und Liederbuch
Das mehrstimmige Lied im 15. Jahrhundert
Nachdem im 14. Jh. große Meister, allen voran Guillaume de Machaut, die mehrstimmige Chanson in Frankreich und Italien eingeführt und zu den brillianten Blüten der Ars Nova und Ars Subtilior geführt hatten, entwickelten die Komponisten des 15. Jhs. daraus einen neuen, vordergründig schlichteren Stil. Die sogenannte "burgundische Chanson" birgt jedoch unglaubliche Raffinessen - auch im Zusammenspiel von Text und Vertonung - die nicht nur für Sänger, sondern auch für Instrumentalisten von großem Interesse sind: denn seit Machaut sind die Unterstimmen dieser Chansons textlos komponiert - ein Hinweis auf instrumentale Ausführung? Während die Komponisten der burgundischen Epoche diesen Stil weiterentwickeln und in "Chansonniers" überliefern, tauchen im deutschen Sprachraum erstmals mehrstimmige Kompositionen in den sogenannten "Liederbüchern" auf, dem deutschen Pendant zu den "Chansonniers". Diese sind jedoch in der Unterstimme - dem Tenor - textiert, während die Oberstimme textlos erscheint. Verkehrte Welt? Das "Tenorlied" ist geboren.
Das Seminar wird in Form von Blockveranstaltungen durchgeführt. Das erste Treffen zwecks Einführung und Terminvereinbarung findet statt am 1. April (kein Scherz), um 16:00 Uhr in Raum D 0.24 im Gebäude der Musikhochschule am Dittrich-Ring.
14.02.2008
Anmeldung zum Lautenkurs
Anmeldungen zum Kurs "guitarras y romances" im Rahmen der 8. Etappen für Alte Musik" auf Burg Fürsteneck sind unter folgendem Link noch möglich (Kurstermin: 14.-16. März 2008).
14.02.2008
Noten für den Lautenkurs sind online!
Das Notenheft, speziell für den Kurs zum spanischen Lautenensemble des 15. Jhs. zusammengestellt, steht jetzt auf der Homepage der Burg Fürsteneck gratis als Download zur Verfügung.
Anmeldungen zum Kurs sind noch möglich.
21.01.2008
Lautenensemble-Kurs auf Burg Fürsteneck
Es sind noch Plätze für Kursteilnehmer zu haben für die "8. Etappe für Alte Musik" auf Burg Fürsteneck.
Termindaten: 14.-16. März 2008.
Neben weiteren Kursen zur spanischen Musik des Mittelalters wird auch ein Lautenensemblekurs angeboten. Weitere Informationen finden sich unter unten stehendem Link.
09.01.2008
Neue CD Aufnahme in England
Aufnahme von Instrumentalmusik des Mittelalters für das CD-Projekt "Kyrie" des Labels "The gift of Music" in Oxford/England am 11.1.2008 mit Uri Smilansky & Marc Lewon.
20.12.2007
CD "Das Lochamer Liederbuch" ist da!
Soeben ist die CD "Das Lochamer Liederbuch", die mit dem Ensemble Dulce Melos und dem Sänger Martin Hummel 2005 eingespielt wurde, beim Label "Naxos" erschienen.
14.10.2007
Kurs zur Einstimmigkeit im Mittelalter läuft an!
Der Kurs "Trobadors, Trouvères und Minnesänger - Einstimmige Liedkunst im Mittelalter" an der Musikhochschule Leipzig ist angelaufen.
In einem ersten Vorbereitungstreffen wurden die 4 Termine für die Blockseminare festgelegt und eine Einführung in den Stoff gegeben.
Auch Interessenten, die nicht beim Vorbereitungstreffen anwesend waren, sind trotzdem herzlich eingeladen zu den Unterrichtsblöcken zu erscheinen. Die Daten der Einheiten sind wie folgt:
1. Block: Do, 22.11.2007, 10-14 Uhr und Fr, 23.11.2007, 11-14 Uhr
2. Block: Di, 18.12.2007, 10-14 Uhr und Mi, 19.12.2007, 10-13 Uhr
3. Block: Do, 17.1.2008, 10-14 Uhr und Fr, 18.1.2008, 11-14 Uhr
4. Block: Do, 7.2.2008, 18-21 Uhr und Fr, 8.2.2008, 10-14 Uhr
Es werden in den Blockeinheiten natürlich ausreichend Pausen eingeplant.
Die Blockseminare werden in den Räumlichkeiten der Musikhochschule Leipzig am Dittrichsring 21 abgehalten. Die genauen Raumnummern werden noch festgelegt und bekannt gegeben.
11.09.2007
4. "Frühe Musik der Hohen Stände"
Fortbildungsreihe zur Musik des Mittelalters
BURG FÜRSTENECK plant einen etwa zweijährigen Fortbildungslehrgang zur Musik des Mittelalters unter der Federführung der Spezialisten Marc Lewon und Uri Smilansky. Der Beginn der Reihe ist für Herbst 2008 vorgesehen. Vorgesehen sind 12 jeweils dreitägige Kursblöcke.
11.09.2007
3. "Guitarras y Romances"
Lauten-Ensembles im Spanien des 15. Jahrhunderts
Ein Ensemblekurs im Rahmen der 8. Etappe für Alte Musik auf BURG FÜRSTENECK unter dem Titel "MUSICA ANTICA HISPANICA" - Alte Musik in Spanien und im spanischen Vizekönigreich Neapel zwischen 1300 und 1600.
14. bis 16. März 2008
11.09.2007
2. Trobadors, Trouvères und Minnesänger
Einstimmige Liedkunst im Mittelalter
(Lehrauftrag an der Musikhochschule Leipzig)
Anders als der Begriff „mittelalterliche Einstimmigkeit“ auf den ersten Blick zu vermitteln scheint, handelt es sich bei dieser Gattung um eine sehr weit entwickelte Form künstlerischen Ausdrucks in einer Welt, in der die Polyphonie noch die Ausnahme war. Im vorliegenden Kurs soll der Blick für die Schönheit und Raffinesse weltlicher Einstimmigkeit im Mittelalter geschärft werden – nicht zuletzt im Verhältnis von Text und Musik. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf deutschsprachige Musik gelegt.
Auch für Instrumentalisten ist das Thema von Interesse: es gilt Lösungen zu finden wie gesungene Einstimmigkeit adäquat begleitet werden kann und mit der „Istanpitta“ ist zumindest eine einstimmige, instrumentale Gattung überliefert.
Blockveranstaltung (n. V.)
VORBEREITUNGSTREFFEN:
Mo 8. Oktober, 12-13.30
11.09.2007
1. Ensemblekurs: Das Lochamer Liederbuch
(mit Regina Kabis & Marc Lewon) im Rahmen der Brensbacher Tanz und Instrumentalkurse.
1. bis 4. November 2007 im Kreisjugendheim Brensbach/Affhöllerbach
11.09.2007
Kurse für mittelalterliche Musik bahnen sich an
Es stehen für die nächsten Monate einige Kurse zur mittelalterlichen Musik an - Anmeldungen sind möglich und willkommen.
Für Informationen zu den einzelnen Kursen siehe oben.
10.09.2007
Wir haben geheiratet!
Am 8.8.2007 gaben wir uns im Standesamt zu Wyhlen und am 18.8.2007 in der Schloßkirche Sommersdorf das Ja-Wort:
Gabriele Elisabeth Lewon, geb. Wirr und Marc Lewon sind jetzt verheiratet.
30.06.2007
Telefon, Internet, alles wieder am Laufen
Nach dem Umzug hat es noch eine Weile gedauert, bis wir endlich wieder Telefon und Internet hatten. Inzwischen ist alles wieder da - wir haben eine neue Festnetznummer und ein Schweizer Mobiltelefon habe ich jetzt auch. Alles zu finden unter "Kontakt".
10.05.2007
6-chörige Renaissancelaute zum Verkauf
Unter dem Punkt "Verkauf" steht jetzt eine weitere meiner Lauten zum Verkauf: eine 6-chörige Renaissancelaute von Hendrik Hasenfuss. Ich sende gerne weitere Informationen Bilder zum Instrument zu.
10.05.2007
Umzug vollzogen - Basler Domizil aufgegeben!
Der Umzug nach Grenzach-Wyhlen wird am kommenden Wochenende komplett vollzogen sein, d.h. auch meine Basler Anschrift ist ab dann nicht mehr gültig.
Bitte in Zukunft nur noch an die Wyhlener Adresse wenden (siehe "Kontakt"). Einen Telefonanschluß haben wir momentan noch nicht, er soll aber in Kürze folgen - solange bin ich nur über die Mobilnummer telefonisch erreichbar.
20.04.2007
neue Spielleyt-CD eingespielt
Die neue CD "Cum tympano" mit dem Ensemble "Freiburger Spielleyt" ist eingespielt worden. Die CD wird Ende des Jahres beim Christophorus-Verlag erscheinen.
26.03.2007
Fortbildung "Mittelalterliche Musik"!
Es wird z.Zt. darüber nachgedacht, eine Fortbildung in Deutschland anzubieten, bei der man auf hohem Niveau mittelalterliche Musik studieren kann. Zu diesem Zweck stehe ich im intensiven Gespräch mit der Akademie für berufliche und musisch-kulturelle Weiterbildung auf "Burg Fürsteneck" - die ja bislang bereits die "Etappen Alter Musik" einmal pro Jahr anbietet.
Dieses Jahr wurde dort unter Federführung von Marco Ambrosini ein Lehrgang zum Studium der Nyckelharpa initiiert. Am Konzept dieses Lehrgangs soll sich das neue Studienangebot orientieren:
Geplant ist eine Weiterbildung, die sich über 2 Jahre erstreckt und eine Gruppe von Musikern über 12 Intensivphasen durch den Kurs führt. Diese Phasen finden also im Schnitt alle 2 Monate statt und dauern ca. 3 Tage.
Auf diese Weise soll gewährleistet sein, daß Interessenten, die als Musiker bereits im Berufsleben stehen, dennoch einer solchen Weiterbildung nachgehen können.
Nähere Details zur Planung folgen in Kürze. Wer sich für dieses "Studium" interessieren sollte schicke gerne eine kurze E-Mail an mich mit Name und Adresse (v.a. E-Mail-Adresse) - es wird bereits eine Liste mit Interessenten erstellt, die dann über weitere Schritte informiert werden.
Die Interessensbekundung bedeutet keinerlei Verpflichtung. Es geht nur darum, einen Interessentenkreis mit Informationen zu versorgen.
22.03.2007
neue CD-Produktion der Freiburger Spielleyt steht an
Ende März/Anfang April wird eine neue CD der Freiburger Spielleyt unter dem Arbeitstitel "Cum Tympano" für den Christophorus-Verlag eingespielt. Sie soll dieses Jahr erscheinen.
22.03.2007
CDs eingespielt
Die angekündigten CD-Aufnahmen von Unicorn und der Projektgruppe "Domenico" an der Schola Cantorum Basiliensis sind abgeschlossen.
Die CD des Ensembles Unicorn wird voraussichtlich bereits im Juni erscheinen.
Die Domenico-CD der Schola wird wohl erst später veröffentlicht werden.
22.03.2007
Umzug vollzogen - neue Adresse in Deutschland!
Der Umzug von Heidelberg nach Grenzach-Wyhlen (in direkter Basel-Nähe) ist nun vollzogen. Die neue Adresse findet sich unter "Kontakt" - ein Telefon wird es erst in Kürze geben.
Das Basler Domizil ist aber bis Mai auch noch besetzt mit Telefon und Anschrift.
22.02.2007
Lochamer Liederbuch Edition ist da!
Der angekündigte 1. Band einer neuen Edition zum Lochamer Liederbuch ist soeben erschienen. Ab sofort ist das 40-Seitige Heft zu beziehen unter: www.spielleute.de
14.02.2007
Umzug steht bevor!
Mit dem Studienende in Basel rückt auch ein Umzug in greifbare Nähe - Ende des Monats steht die Übersiedlung von Heidelberg nach Grenzach-Wyhlen an. Wir geben die Wohnung in Heidelberg-Ziegelhausen vom 28.2. auf den 1.3.2007 auf und werden künftig unter der Adresse "Lörracher Straße 36a, 79639 Grenzach-Wyhlen" zu finden sein. Der Ort liegt unmittelbar bei Basel, aber auf deutscher Seite.
Das Basler Domizil wird aber mindestens den Monat März noch bestehen.
Die aktuellen Adressen sind auf jeden Fall immer unter "Kontakt" zu finden.
14.02.2007
CD-Aufnahme mit Ensemble Unicorn
Direkt im Anschluß daran findet die Einspielung einer neuen CD des Ensembles Unicorn in der Hofburg zu Wien/Österreich statt. Es dreht sich um Musik des Alpenraums und des späten 14. Jahrhunderts.
14.02.2007
CD-Aufnahme "Domenico da Piacenza"
Die Seite "Aktuelles" wird leider ihrem Namen z.Zt. noch nicht gerecht, weil ich zu den Aktualisierungen momentan kaum komme. Hier aber ein paar Neuigkeiten: Ende des Monats Februar stehen 2 CD-Einspielungen an.
Zunächts eine Kompletteinspielung aller Tanztenores aus dem Traktat des Domenico da Piacenza (Italien vor 1440) - es werden alle Melodien dieses frühen Tanzmeisters tanzbar und in instrumenten- und stilgerechten Arrangements eingespielt, die von Mitgliedern der Mittelalterabteilung der Schola Cantorum Basiliensis zuvor erstellt wurden. Neben einer Alta Capella wird auch Einhandflöte und Trommel, sowie eine facettenreich besetzte Bassa Capella an der Aufnahme teilnehmen. Das Ganze findet unter der Leitung von Véronique Daniels und unter der Schirmherrschaft der Schola Cantorum statt und wird als Schola-Produktion erscheinen.
07.12.2006
Fidel-Studium
Es ist schon eine ganze Weile seit dem letzten Eintrag vergangen - der Sommer war sehr voll von Neuem und erst jetzt komme ich wieder zur Reflexion über das Geschehene und da Kommende.
Momentan befinde ich mich im Aufbaustudium an der Schola Cantorum Basiliensis: nach dem erfolgreichen Lautendiplom absolviere ich jetzt noch ein Jahr Fidelstudium im Hauptfach, das bislang Nebenfach war und werde am 4.7.2007 das Abschlußkonzert dazu in der Kartäuserkirche zu Basel halten.
22.05.2006
Lautendiplom mit Auszeichnung bestanden!
Mit dem abschließenden Diplomkonzert am 16.5. und der internen Prüfung am darauffolgenden Tag hat Marc Lewon das Diplom für mittelalterliche Lauteninstrumente an der Schola Cantorum bei Crawford Young mit Auszeichnung bestanden.
Im folgenden Jahr soll als Diplomarbeit die Faksimilierung des Neidhart-Fragmentes O folgen, sowie ein Abschluß in mittelalterlicher Fidel.
03.05.2006
Kursmaterialien für Müllheim 2006 Online
Das Notenmaterial für den Ensemblekurs zur mittelalterlichen Musik am 6./7.5.2006 in Müllheim steht jetzt als freier Download auf dieser Homepage unter "Download" zur Verfügung.
Neben dem Notenmaterial in Übertragungen sind auch alle Originalquellen angegeben und es befindet sich ein zweiter Download daneben, der alle Faksimiles zu den Noten enthält (in 2 verschiedenen Download-Größen).
01.05.2006
Trossingen-Symposium zu Agricola
An der Hochschule für Alte Musik in Trossingen fand am 28.4.2006 ein Symposium zum Komponisten Alexander Agricola (c1455-1506) statt.
Redebeiträge wurden unter anderem von Kees Boeke (neuer Professor für mittelalterliche Musik in Trossingen), Lorenz Welker (in Stellvertretung), Fabrice Fitch u.a. gehalten.
Die Beiträge werden 2007 im "TroJa" (Trossinger Jahrbuch) gedruckt erscheinen. Mein Vortrag "Alexandre Agricola et ung bon joueur de luz - Agricola und die Laute" wird dann auch als Download von dieser Page zusätzlich zur Verfügung stehen.
01.05.2006
Mittelalterensemblekurs voll!
In der letzten Woche sind tatsächlich die letzten freigebliebenen Plätze des Mittelalterensemblekurses in Müllheim 2006 (siehe unten) besetzt worden.
Der Kurs beginnt am Samstag, dem 6.5. um 10 Uhr morgens.
Thema ist in erster Linie die frühere Musik des 12. und 13. Jhs. - darunter Modalität und modale Improvisation, improvisierte Mehrstimmigkeit, "von der Clausula zur Motette" und frühe instrumentale Bearbeitungen.
Die Kursmaterialien werden ab spätestens morgen im Download-Bereich als PDF-Datei zur Verfügung stehen.
22.04.2006
Noch einzelne Plätze im Ensemblekurs (6./7. Mai) frei!
Es sind noch 3-4 Plätze im Ensemblekurs für mittelalterliche Musik unbesetzt. Gerne kann sich hier auch ein kleines Ensemble, das schon miteinander spielt, geschlossen anmelden. Dadurch ergäbe sich die Möglichkeit einer sehr effektiven und zielgerichteten Arbeit. Die Teilnahmegebühr beträgt nur 40 EUR für 2 Tage. Weitere Informationen und Kontaktdaten für die Anmeldung siehe unten.
16.12.2005
Anmeldung zum Mittelalter-Ensemblekurs
Am 6.-7. Mai 2006 findet an der Musikschule Müllheim/Breisgau ein Ensemblekurs zur mittelalterlichen Musik statt. Informationen und Anmeldungen können ab sofort unter folgender Adresse angefordert, bzw. eingereicht werden:
Städt. Musikschule Müllheim
Albrecht Haaf
Goethestraße 16
79379 Müllheim
Tel.: 0 76 31 / 61 47
Fax: 0 76 31 / 17 20 25
e-mail: musikschule@muellheim.de
Der Kurs richtet sich zwar v.a. an Musik-(Schul-)Lehrer und Musikstudenten, steht aber allen Interessierten offen. Das Unterrichtsmaterial wird im Vorfeld elektronisch verschickt und zusätzlich als freier Download von dieser Homepage zur Verfügung stehen.
Teilnahmegebühr: 40 EUR
04.12.2005
Lochamer Liederbuch eingespielt
Ende September haben wir mit dem Ensemble "Dulce Melos" unsere Einspielung eines Großteils des "Lochamer Liederbuches" (Mitte 15. Jh.) abgeschlossen. Mit von der Partie neben Dulce Melos war der Bariton Martin Hummel.
Die CD wird bei "Naxos" und leider wohl erst in anderthalb Jahren erscheinen.
In der Zwischenzeit wird wahrscheinlich eine Auswahl der auf der CD enthaltenen Stücke im Verlag der Spielleute in einer neuen Edition herauskommen.
04.12.2005
Faksimileausgabe von Neidhart-Fragment O in Arbeit
Die Abfotographierung des Handschriftenfragmentes ist abgeschlossen und Übertragung und Bearbeitung sind im Gange. Nächstes Jahr soll die Faksimileausgabe des Frankfurter Neidhartfragmentes mit Übertragung, Interpretation und Edition erscheinen.